Mein Körper und ich

Mein Körper und ich....

 

Vor einem knappen Jahr gab es hier auf dem Blog zwei gnadenlos offene Beiträge zum Thema "Gewicht, abnehmen etc".

Es ging darum, dass ich in einer Art Teufelskreis gefangen war...

Völlig unzufrieden - teils sogar depressiv, mit einer völlig falschen Selbstwahrnehmung und fokussiert auf eine Zahl auf der Waage, quälte ich mich teils durch die Tage und blendete den Rest der Welt völlig aus. 

Ich verlor die eigentlich wichtigen Dinge des Lebens völlig aus den Augen und kann mir im nachhinein selbst nicht erklären, wie eine damals 27-jährige Frau, so mit einer Zahl auf der Waage zu kämpfen haben konnte!

Völlig verblendet.... fast wie ein Teenager.

 

HEUTE möchte ich euch erzählen, was aus der Frau von damals geworden ist.

und das, mit einem ganz bestimmten Outfit!

 

 

Wenn ich heute zurückblicke, würde ich mich  damals definitiv als "krank" bezeichnen. 

Ein Wort wie "Essstörung" oder "krankhaft Depressiv" wäre zu hart. Diesen stempel wollte ich mir auch damals nicht aufdrücken lassen. Aber als "normal" kann ich das ganze auch nicht ansehen.

Ich hatte ein Problem - keine Frage!

Denn eine solche Kokussierung ist krankhaft. Und wie der eine seine Finger nicht von Spielautomaten, Alkohol oder Nikotin lassen kann, war auch ich völlig eingenommen von dem Thema "Gewicht" und 90% meiner Gedanken drehten sich um dieses Thema. 

 

Irgendwann wurde mir das sogenannte "Problem" immer bewusster und ich wollte etwas ändern!

Ich hatte ein,zwei Termine bei einer Phychotherapeutin und versuchte das ganze aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

 

 

 

Das Problem.... ?

Essen MUSS man.... man kann es nicht einfach aus seinem Leben verbannen. Dazu die Tatsache, dass man Gedanken nicht einfach von heute auf morgen abstellen kann. Auch wenn dir 100 Leute sagen, das rauchen ungesund ist, hörtst du nicht einfach auf, wenn du es nicht willst oder eben einfach noch nicht so weit bist.

 

Als ersten Schritt half mir mein zwei wöchiger Cuba Urlaub, um erstmal einen klaren CUT (wie schreibt man das?!) zu machen.

Raus aus der Situation in ein völlig anderes Leben!

Natürlich ohne Waage, Süßigkeiten und weitesgehend ohne Internet. 

Direkt nach dem Urlaub kündigte ich meinen Nebenjob im Fitnessstudio. Zu lange hatte ich schon an diesem zweiten Standbein festgehalten und außerdem brachte der Job eben wieder das Thema Fitness, essen und Gewicht in den Vordergrund.

also Kontraproduktiv!

 

Von daher brauchte ich jetzt nur noch eines..... ZEIT!!!

 

 

Bis der Kopf nämlich völlig von diesem Thema ablassen kann, dauert es sehr lange! 

Heute würde ich sagen, dass ich die krankhaften Züge (nennen wir es mal so) nur noch sehr selten spüre.

 

Machen wir uns nichts vor...

Ich bin eine Frau! Und jede Frau hadert manchmal mit ihrem Körper und mit ihrem Selbstbewusstsein.

Egal ob es hier um Gewicht, unreine Haut, nicht vorhandene Oberweite oder sonst was geht.

Es ist völlig normal, sich manchmal im Spiegel zu betrachten und Selbstzweifel zu haben.

Sich anzusehen und sich völlig unwohl in seiner Haut zu fühlen. 

 

Damals hätte ich allerdings an solchen Tagen beschlossen, eine kleine Fastenkurz einzulegen und 5 Tage nichts mehr zu essen. Bei rausgekommen wäre vermutlich, dass ich bis zum Abend (oder vielleicht auch 2 Tage) nichts gegessen hätte, und dann (heimlich) 2 Tafeln Schokolade, eine Tüte Chips und einen Eisbecher Ben&Jerrys in mich gekippt hätte und danach völlig frustriert eingeschlafen wäre. Natürlich mit dem Vorsatz am nächsten Tag wieder mit dem fasten zu beginnen

 

 Gewichtstechnisch bei rumgekommen ist im übrigens meistens nichts....

Zeitweise nahm ich 12 kilo ab und sah sehr sportlich und schlank aus und zeitweise hatte ich halt mal etwas mehr auf den Rippen.

aus dem heutigen Standpunkt aus betrachtet, waren beide Formen ok.... zumindest war ich nie wirklich Dick und viel zu dünn.

Trotzdem war das ganze (damals) für mich immer eine riesige Sache!

 

 

Mittlerweile ist meine Einstellung zum Thema "Mein Körper - Gewicht" meinstens so :

 

Klar hätte ich lieber 5 - 10 Kilo weniger (und ja, ich trage momentan Größe 40 - auch wenn es nicht so wirkt), aber ich kann auch so gut mit mir leben!

 

Ich kann mit meinen Kindern ins Freibad gehen (wie gut, dass es momentan so schöne Badeanzüge gibt) und ich lasse mich von meinem Gewicht nichtmehr allzu sehr einschränken!

Ich kann wieder alles essen was ich möchte, auch wenn mir es manchmal schwer fällt Lebensmittel zu genießen und ein gesundes Maß zu halten. 

Was mir heute immer noch unheimlich in zweifelnden Momenten hilft, ist das Wissen, dass ich damals mit 10 kilo weniger nicht viel glücklicher war. Klar saßen die Hosen etwas lockerer und ich gefiel mir im Bikini deutlich besser, als aktuell... aber wirklich zufrieden war ich auch da nicht! Von daher weiß ich, dass die ganzen schlechten Gedanken und der Wechsel zwischen nichts essen (oder kaum was essen) und viel zu viel essen mich nicht wirklich weiter bringt.

Und wie die meisten Frauen, habe ich aktuell halt einfach Körperpatien die mir nicht so gut gefallen und andere, die ich mag.

Aber ich weiß genau, was mir steht und in was ich mich wohl fühle und versuche genau diese Kleidungsstücke zu tragen!

 

An alle Frauen da draußen!

 

Tragt das, was euch gut tut und was euch gefällt - ohne Rücksicht auf Verluste!!!!

 

 

 

Was ich an mir besonders gerne mag sind Taillenröcke <3 

Und da mein Bauch  zumindest zwischen Taille und Brust schön flach  ist (lach), kann ich dazu sogar bauchfrei tragen und genau das verstecken, was ich will bzw das betonen, was ich will.

Dazu ein kurzes kastiges Shirt, Stiefel und meinen heißgeliebten Hut.

fertig ist das neue Lieblingsoutfit <3

 

 

 

Infos zum Outfit:

 

Rock:

eigenes Design (leider kein schnittmuster)

der Stoff ist ein Viskose von Online stoffe werning.

 

Oberteil:

Schnittmuster "Nava" - aktuell nochim probenähen!

 

Hut:

h&M

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Kommentare: 4
  • #1

    Vero_niiiika (Freitag, 25 Mai 2018 18:33)

    Wow, dein Blogbeitrag ist sehr ehrlich und sich sehr mutig! Ich denke jede Frau hat ein paar „Problemzonen“, aber wenn man mit ihnen lebt, bzw. sich trotzdem wohl fühlt, dann ist das richtig!! Und wie du schon sagtest -es ist „nur“ eine Zahl und man darf diese nicht zum Mittelpunkt des Lebens machen.
    Du siehst übrigens toll aus und bleib so wie du bist!!!!

  • #2

    Lisa (Freitag, 25 Mai 2018 18:45)

    Ich habe noch nie ein Kommentar unter einem Blogpost geschrieben., aber das ist ein Thema was mich auch momentan sehr beschäftigt. Ich werde dieses Jahr 30 habe 2 Kinder bekommen und nach der 2 Schwangerschaft war mein Körper nicht mehr so wie vorher war irgendwie formlos und die Lieben Schwangerschaftsstreifen haben mich auch nicht verschont. habe welche bis zu meinen Knien!. Ich war so unglücklich! Ich hatte mir dann mal alte Bilder von mir angeguckt vor den Kindern ( größe 36/38)und fand, das ich damals eine mega Figur hatte. Aber das witzige ist, das ich schon damals immer dachte das ich fett bin und einen dicken Hintern habe das würde mir damals auch von Verwandten zum "spaß" gesagt... Was ich total irrsinnig finde. Mittlerweile habe ich keine Wage mehr zuhause und versuche meine Körper zu Lieben so wie er ist! Ich Frage auch keine mehr ob mir irgendwelche Anziehsachen gut stehen weil ich mir gefallen muss und sonst niemandem.
    Danke für deine Post
    Liebe Grüße

  • #3

    Selina (Sonntag, 27 Mai 2018 19:57)

    Schöner Beitrag und vor allem auchbein Lob für all die schönen Fotos! Leider fühlt man sich in unserer Gesellschaft wirklich manchmal ausgeschlossen, nur weil mein Größe 44 oder größer trägt. Da fangen die Probleme mit Klamotten schon an.. Und Ende bei doofen Kommentaren von irgendwelchen fremden Leuten. Schon traurig, dass Essen, abnehmen, keine Kohlenhydrate, nix fettiges und nur gesunde Smooties so ein großes Thema in unserer Gesellschaft sind..

  • #4

    Julia (Freitag, 15 Juni 2018 11:29)

    Ein wunderbarer Beitrag und ich habe mich in Vielem wiedergefunden. Über dieses Thema kann gar nicht oft genug geschrieben werden. Der Einfluss durch Medien und Gesellschaft auf Frauen ist ungemein groß, dass ich sehr dankbar bin, dass immer wieder mit dieser Art Beiträge dagegengehalten wird.
    Ein toller Film zu dem Thema: „Embrace“. Sehr empfehlenswert..

    Liebe Grüße,
    Julia (Derdiedaspunkt)